Zennichi sei no konton - Vollzeit- Chaos

Der Regen prasselte auf den Schirm und der Wind schlug um sich. Karen hatte Schwierigkeiten, den Schirm gerade zu halten.

Das es in Japan ab und zu mal regnet hatte sie erwartet, aber das hier gleich doch schon eher einem Sturm.

Sie achtete darauf, daß ihre Schultasche nicht nass wurde, was gar nicht so einfach schien. Der Wind wechselte oft die Richtung, sodaß es von allein Seiten regnete.


Als Karen endlich vor dem Haus stand, indem sie vor kurzem erst eingezogen ist, kramte sie in ihrer Tasche nach dem Schlüssel. Voller Panik fiel ihr die Tasche auf den Boden, dennoch war der Schlüssel nicht auf zufinden.

Sie stellte sich in den Hauseingang und schaltete ihr Handy wieder an. Hektisch rief sie Jonathan an, doch dieser war es nun, der sein Mobiltelefon ausgeschaltet hatte. Wahrscheinlich ist er in einer wichtigen Besprechung.


Karen: „Das kann doch nicht wahr sein. Warum jetzt?!“


Es half nichts, Jonathan würde frühestens in zwei Stunden von der Arbeit kommen. Was sollte sie jetzt tun?

Sie blickte nach oben direkt in den roten Schirm. Sollte sie wirklich?

Sie hob ihre Tasche auf und rannte die Straße wieder herunter Richtung Bahnhof. Eigentlich wußte sie noch nicht, wohin sie genau gehen sollte, als ihre Füße vor den Apartmentblocks stehen blieben.

Sie sah sich um, und ging dann zum Haus mit der Nummer 5.


Mit zugekniffenen Augen betrachtete sie die Klingelschilder. Natürlich stand dort nicht ein Buchstabe, den sie entziffern konnte. Woher sollte sie also wissen, wo sie klingeln mußte, um zu Hiroshi zu kommen.

Sie überlegte einige Minuten hin und her. Sollte sie einfach irgendwo klingeln und fragen oder wieder gehen. Aber wohin?

Plötzlich hörte sie ihren Namen und zuckte zusammen.


Osamu: „Karen- Chan? Bist du das?“


Karen drehte sich um und blickte in das nasse Gesicht von Osamu. Er hatte wohl keinen Schirm.


Karen: „Osamu- kun! Ich habe meinen Schlüssel vergessen und komme zu Hause nicht rein.“


Osamu: „Das ist nicht gut. Ist denn dein Vater nicht zu Hause?“


Karen: „Nein, der ist noch lange arbeiten.“


Osamu: „Dann klingeln wir mal bei Hiro und wir schauen, daß wir dich bei uns so lange behalten.“


Osamu lächelte und drückte dann auf das Klingelschild, welches sich rechts unten befand, das allererste.

Der Türdrücker summte und Osamu warf sich gegen die Tür und betrat den Flur. Karen folgte ihm stillschweigend.

Hiroshi's Wohnung lag im Erdgeschoss, daher auch das untere Klingelschild. Karen merkte sich genau die Lage der Wohnung.

Osamu: „Konnichiwa, Hiro!“


Hiroshi lugte aus der Tür heraus in den Flur und nickte Osamu zu. Dann erblickte er Karen und machte ein erstauntes Gesicht.

Karen wurde rot und stammelte:


Karen: „Mochi“


Osamu erklärte Hiroshi auf Japanisch die Lage. Hiroshi verstand und nickte, er bat die beiden in seine Wohnung.

Karen fühlte sich sofort behaglich. Draussen war es kalt und hier wurde sie so warm empfangen. Hiroshi geleitete die beiden ins Wohzimmer, wo sich alle drei setzten. Hiroshi fragte etwas.


Osamu: „Möchtest du etwas trinken, Karen- Chan?


Karen: „Ja, ein Tee wäre ganz toll.“


Hiroshi verstand das Wort „Tee“ und hechtete sofort in die Küche. Er setzte direkt Teewasser auf und bereitete das Teegedeck vor.


Osamu: „An deinem ersten Tag in der Schule sperrst du dich aus.“


Karen: „Ja, das ist echt blöd gelaufen. Danke, daß ich hier sein darf.“


Osamu sah zu Hiroshi herüber und nickte dann wieder zu Karen. Karen verstand.


Karen: „Hiroshi- kun, arigato gozaimasu.“


Hiroshi: „Mōmantai, Karen- chan.“


Karen sah sich in der Wohnung um. Sie wirkte klein, aber sehr gemütlich. Überall im Wohnzimmer hingen Bilder von Hiroshi, als er noch klein war. Auch Bilder von seiner Mutter waren zu sehen. Sie war sehr hübsch. Osamu bemerkte, daß Karens Blick auf dem Bild von der Mutter hingenblieb.


Osamu: „Kangama- san ist noch arbeiten. Sie arbeitet in einem Tofu- Geschäft ein paar Blocks weiter.“


Karen nickte und sah sich weiter um. Die Tür zum Nachbarzimmer stand einen Spalt offen und so wie Karen es beurteilen konnte, mußte dies Hiroshi's Zimmer sein.

Der Teekessel pfeiffte, das Wasser war fertig. Hiroshi goß den Tee auf und brachte das Teetablett ins Wohnzimmer und stellte es auf den Tisch.


Die nächsten Minuten waren von Schweigen umhüllt. Nur das Schlürfen des Tees erfüllte das Zimmer.

Plötzlich ertönte das Geräusch eines Schlüssels, der in ein Schloss gesteckt wurde. Die Wohnungstür ging auf und Hiroshi's Mutter betrat den Flur.

Sie betrat das Wonzimmer und mit Blick in ihre Tasche begrüßte sie Hiroshi. Dann blickte sie auf und sah den Besuch. Ihr Blick blieb an Karen hängen.


Osamu: „Kangama- san, das ist Karen- chan, unsere neue Schülerin. Sie kommt aus Deutschland und kann noch kaum Japanisch.“


Karen wunderte sich, daß Osamu auch mit der Mutter Englisch spricht. Wahrscheinlich macht er das, damit Karen auch etwas versteht.


Den Blick nicht von Karend abgewandt, antwortete sie Osamu auf Japanisch.


Osamu: „Ja, es ist ihr erster Tag hier. Sie ist 17 Jahre alt und geht in Hiro's Klasse.“


Hiroshi's Mutter nickte nur und sagte noch etwas, ehe sie in ihrem Zimmer verschwand. Hiroshi entschuldigte sich für das unhöfliche Verhalten seiner Mutter und kann sich nicht erklären wieso, sonst ist sie immer freundlich und höflich gegenüber anderen.


Karen's Handy klingelte. Es war Jonathan.


Karen: „Jonathan? Ja ich bin bei Freunden. Ich habe meinen Schlüssel vergessen.“


Jonathan: „Okay, es regnet immernoch in Strömen. Ich werde dich abholen.“


Karen nannte ihm noch die Adresse, die sie von Osamu erfuhr und steckte das Handy dann ein.


Hiroshi: „Okaasan?“


Karen drehte sich um und sah, wie Hiroshi's Mutter noch von der Tür zu ihrem Zimmer verschwand und die Tür schloss. Hatte sie Karen etwa belauscht? Sie spricht bestimmt kein Deutsch.


Karen: „Osamu- kun. Mein Vater wird mich abholen. Ich werde dann mal nach unten gehen. Danke für den Tee und das ich hier mit euch warten durte.“


Osamu: „Das ist doch kein Problem.“


Osamu erklärte Hiroshi was Sache ist. Dieser stand auf, um Karen noch vor die Tür zu bringen. Osamu wartete solange im Wohnzimmer und trank seinen Tee aus.

Als Karen und Hiroshi vor der Tür standen fiel ihr ein, daß sie seinen Schirm noch hatte. Sie hielt ihr Hiroshi hin. Doch dieser winkte ab, Karen soll den Schirm behalten.

Karen verbeugte sich leicht und bedankte sich bei Hiroshi.


Auf der Straße parkte ein Auto, es war Jonathan der auch hupte. Karen blickte zu Hiroshi und verabschiedete sich. Sie lief den Weg vom Wohnhaus hinunter zur Straße. Als sie am Auto angekommen ist, drehte sie sich noch einmal um, um Hiroshi zu winken.

Hiroshi war jedoch schon wieder in die Wohnung gegangen. Ihr fiel aber auch, daß Hiroshi' Mutter am Fenster stand und sie beobachtete.


Bevor sie noch nasser wurde, stieg sie ins Auto.


Jonathan: „Du bist schon ein Schussel, den Schlüssel vergessen ...“


Karen: „Kann ja mal passieren. Danke, daß du mich abholst.“


Jonathan: „Was hast du eigentlich hier zu suchen?“


Karen wunderte sich über den etwas strengeren Ton ihres Vaters.


Karen: „Ein Schulfreund von mir wohnt hier. Ich konnte bei ihm warten, damit ich draussen im Regen nicht krank werden.


Jonathan: „Mhh...“


Der Rest der kurzen Fahrt verlief schweigend. Selbst zu Hause sprachen die beiden kein Wort mehr miteinander. Karen war verdutzt; vielleicht hatte ihr Vater auch einfach nur einen schlechten Tag in der Firma.


Sie ging in ihr Zimmer und zog ihre nasse Schuluniform aus. Nachdem sie sich mit einem Handtuch trocken gerubbelt hatte, legte sie die nassen Sachen auf die Heizung. Es war mittlerweile Abend geworden und sie warf sich aufs Bett.


So viele Eindrücke an ihrem ersten Schultag hätte sich nicht erwartet. Sie hat direkt zwei gute Freunde gefunden, von dem einer auch noch total süß ist. Ob Hiroshi wohl eine Freundin hat?

Karen machte sich Gedanken über Hiroshi's Mutter. Sie war sehr abweisend zu Karen und beobachtete sie auch noch ...

Mit dem Gedanken an den nächsten Schultag und was sie erleben wird, schlief Karen schließlich ein ...








Gratis bloggen bei
myblog.de