Zennichi sei no konton - Vollzeit- Chaos

Der nächste Tag – seine Sicht


Osamu starrte an die gegenüberliegende Wand an und ließ sich Karens Worte immer und immer wieder durch den Kopf gehen. War sich Karen ihrer Sache sicher? Das würde bedeuten, daß sein bester Freund eine Beziehung mit seiner Halbschwester hätte; ohne daß er es weiß!

Er stand auf und ging ans Fenster. Es regnete immer noch, jedoch nicht mehr so stark als wie vor einer Stunde.

Erst jetzt wurde er sich des Ganzen bewusst: Karen und Hiro dürften keine Beziehung miteinander führen! Was das alles bedeuten könnte...


Karen: „Osamu, was soll ich deiner Meinung jetzt tun?“


Osamu erschrak und drehte sich hektisch zu Karen um, die immer noch glasige Augen vom Weinen hatte. Er versank in ihren grünen Augen und vergaß darüber total, ihr eine Antwort zu geben.


Karen: „Hörst du, Osamu?“


Osamu: „Ja, ich denke einfach nur nach, weil das alles so kompliziert ist.“


Karen warf den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Immernoch starrte Osamu sie an und konnte den Blick nicht abwenden. So ein Schicksal hatte sie nicht verdient.

Er versuchte, die richtigen Worte zu finden. Die letzten Tage mit Karen und Hiro gemeinsam haben ihm viel Freude bereitet. Sie beide waren zu seiner Familie geworden; niemals hatte er das Gefühl, das fünfte Rad am Wagen zu sein. Sollte das alles jetzt vorbei sein?


Osamu: „Meinst du, es ändert sich jetzt was zwischen dir und Hiro?“


Karen schob den Kopf nach vorne und schaute ihn an.


Karen: „Meine Gefühle ändern sich niemals, sie tun jetzt nur sehr weh, da ich weiß,

daß wir etwas Falsches tun.“


Osamu: „Hast du schonmal daran gedacht, es Hiro nicht zu sagen?“


Karen sah Osamu ungläubig an. Skeptisch blickte sie dann zum Fenster. Nervös drückte sie ihre Hände immer wieder ineinander.


Karen: „Sicher, aber glaubst du, daß es das richtige wäre?“


Osamu: „Das Richtige ist das, was euer Herz euch sagt.“


Osamu schluckte, hatte er das gerade wirklich so gesagt? Ist er selbst überzeugt davon? Er schreckte aus seinen Gedanken hoch, weil Karen plötzlich vom Bett aufsprang und im Zimmer aufgeregt auf und ab lief.


Karen: „Das wird es sein! Deswegen hat mich Hiro's Mutter so angesehen und ist

auf mich nicht gut zu sprechen. Sie weiß, wer ich bin!“


Osamu: „Das bezweifle ich. Sie kann einfach nur keine Fremden in ihrer Wohnung,

schon gar nicht weiblichen Besuch. Sie hält davon nichts.“


Karen: „Bist du dir da ganz sicher? Aber was wollte mein Vater eigentlich bei ihr?“

Osamu: „Ich habe keine Ahnung. Allerdings können wir sie auch nicht fragen.“


Karen stand immer noch mit einem fassungslosen Gesichtsausdruck mitten in ihrem Zimmer. Osamu hatte das Bedürfnis, sie in den Arm zu nehmen und zu trösten. Aber das würde er sich nie trauen.


Osamu: „Wie sieht das eigentlich aus mit deinem Vater? Was hat er dazu gesagt?“


Karen: „Ich habe Jonathan seit Tagen nicht mehr gesehen. Er kommt erst spät heim.

Aber ich wüßte nicht, was ich ihm sagen sollte.“


Osamu: „Du solltest ihn fragen, wieso du einen Halbbruder hast.“


Karen: „Das wäre ein Anfang, aber er wird eh wieder blocken.“


Osamu sah auf die Uhr. Eigentlich müßte er längst zu Hause sein und noch seine Hausaufgaben erledigen. Wenn er so darüber nachdachte, möchte er auch nach Hause; ihm war die Situation äußerst unangenehm.


Osamu: „Also, Karen. Ich möchte nicht unhöflich sein, aber ich muß heim. Ich habe

noch Aufgaben zu erledigen.“


Karen: „Nein nein, das ist okay. Ich verstehe das.“


Osamu: „Wir sehen uns morgen früh in der Schule. Denk nicht mehr so viel nach ja?“


Karen: „Ja. Komm gut nach Hause.“


Karen brachte Osamu noch zur Tür und sie verabschiedeten sich. Osamu ging langsam die Straße entlang zum Bahnhof. Verdammtes Dreckswetter, und er hatte kein Schirm dabei. Trotzdem machte er keine Anstalten, sich zu beeilen um nicht so nass zu werden.

Als er an Hiro's Haus vorbeikam, blieb er stehen. Allerdings war kein Licht zu sehen, Hiro ist entweder nicht zu Hause oder schläft schon. Unwillkürlich ging er zur Haustür und klingelte. Nach einigen Minuten drückte er erneut auf den Klingelknopf, just in diesem Moment ertönte der Summer und die Tür ging auf.

In der Wohnungstür stand ein ziemlich übermüdeter Hiro, der ihn überrascht ansah.


Hiro: „Osamu. Was machst du denn hier?“


Osamu: „Ich dachte, ich schaue mal bei dir vorbei und gucke, wie es dir geht.“


Hiro: „Du bist völlig nass, komm doch erstmal rein.“


Dankend nahm Osamu das Handtuch an, welches er von Hiro bei seinem Eintreten ins Wohnzimmer angeboten bekam. Er rubbelte sich die Haare trocken und warf das Handtuch dann über die Heizung, ehe er sich aufs Sofa setzte. Hiro stand in der Küche und kochte Tee.


Osamu: „Wie geht es dir im Moment eigentlich?“


Hiro: „Ich weiß nicht, was ich machen soll. Karen meldet sich einfach nicht. Ich

schreibe ihr immer und rufe an, aber sie geht nicht ran. Was habe ich falsch

gemacht?“


Osamu: „Vielleicht geht es ihr im Moment einfach nicht so gut und sie braucht Zeit.“


Hiro: „Aber wir waren doch so glücklich!“


Osamu nickte nur und starrte dann an die Wand. Seine Gedanken kreisten um Karen und dem, was sie ihm erzählt hat. Sollte er es Hiro erzählen? Das würde Karen aber nicht wollen, wenn dann würde sie es ihm erzählen wollen. Trotzdem war es ihm unangenehm etwas zu wissen, was die Zukunft von Hiro beeinflussen könnte. Osamu beschloss für sich, den Dingen ihren freien Lauf zu lassen …


Osamu: „Warten wir einfach ab, morgen sieht die Welt schon wieder anders aus.“


Hiro: „Ich hoffe, du hast Recht, denn ich mache mir echt viele Sorgen.“


Im Hinterkopf dachte Osamu immer wieder daran, wie Karen Hiro das Herz brechen würde, wenn sie ihm die Wahrheit sagen würde. Wie er wohl reagieren würde? Plötzlich sprang Osamu auf.


Osamu: „Verdammt, ich muß doch noch Hausaufgaben machen und wir haben bereits

21 Uhr! Es tut mir Leid, aber ich muß los!“


Hiro brachte Osamu noch zur Tür und verabschiedete sich. Ein gutes hatte der Tag doch noch; es regnet nicht mehr, so konnte Osamu trocken zu Hause ankommen.

Er setzte sich noch über seine Hausaufgaben, ehe er sich schlafen legte …



Der nächste Tag – ihre Sicht



Karen: „Osamu, was soll ich deiner Meinung jetzt tun?“


Karen konnte das Schweigen nicht mehr ertragen, seitdem sie Osamu erzählt hatte, daß Hiro und sie Halbgeschwister sind. Eigentlich wollte sie es ihm nicht erzählen, aber dann sprudelte es einfach so aus ihr heraus, genau wie die Tränen. Osamu drehte sich abrupt zu ihr herum, starrte sie aber nur an. Karen wurde leicht verärgert, erhoffte sie sich doch eine Antwort.


Karen: „Hörst du, Osamu?“


Osamu: „Ja, ich denke einfach nur nach, weil das alles so kompliziert ist.“


Karen warf den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Sie dachte daran, was ihre Mutter wohl von alle dem halten würde. Jonathan muß sie während seines Japan- Aufenthalt damals betrogen haben. Sie spürte tiefe Verachtung tief in ihrem Herzen für ihren Vater. Sie wird ihn auf jeden Fall mit der Situation konfrontieren. Ihre Gedanken wurden von Osamu's Stimme unterbrochen.


Osamu: „Meinst du, es ändert sich jetzt was zwischen dir und Hiro?“


Karen schob den Kopf nach vorne und schaute ihn an.


Karen: „Meine Gefühle ändern sich niemals, sie tun jetzt nur sehr weh, da ich weiß,

daß wir etwas Falsches tun.“


Osamu: „Hast du schonmal daran gedacht, es Hiro nicht zu sagen?“


Karen sah Osamu ungläubig an. Skeptisch blickte sie dann zum Fenster. Nervös drückte sie ihre Hände immer wieder ineinander.


Karen: „Sicher, aber glaubst du, daß es das richtige wäre?“


Osamu: „Das Richtige ist das, was euer Herz euch sagt.“


Karen errötete leicht. Ihr Herz gehört Hiro und das wird sich nicht ändern. Sie erinnerte sich daran, was in Hiro's Wohnung bei ihrem ersten Besuch vorgefallen war.


Karen: „Das wird es sein! Deswegen hat mich Hiro's Mutter so angesehen und ist

auf mich nicht gut zu sprechen. Sie weiß, wer ich bin!“


Osamu: „Das bezweifle ich. Sie kann einfach nur keine Fremden in ihrer Wohnung,

schon gar nicht weiblichen Besuch. Sie hält davon nichts.“


Karen: „Bist du dir da ganz sicher? Aber was wollte mein Vater eigentlich bei ihr?“

Osamu: „Ich habe keine Ahnung. Allerdings können wir sie auch nicht fragen.“


Karen stand immer noch mit einem fassungslosen Gesichtsausdruck mitten in ihrem Zimmer. Sie wußte einfach nicht mehr, was sie noch sagen sollte sondern hatte nur noch das Bedürfnis, sich ins Bett zu legen und abermals zu weinen.


Osamu: „Wie sieht das eigentlich aus mit deinem Vater? Was hat er dazu gesagt?“


Karen: „Ich habe Jonathan seit Tagen nicht mehr gesehen. Er kommt erst spät heim.

Aber ich wüßte nicht, was ich ihm sagen sollte.“


Osamu: „Du solltest ihn fragen, wieso du einen Halbbruder hast.“


Karen: „Das wäre ein Anfang, aber er wird eh wieder blocken.“


Ja, das wird so sein, dachte sich Karen. Ihr Vater denkt immer nur an sich und dann erst an andere, zu allerletzt Karen. Wie konnte er ihrer Mutter so etwas antun?


Osamu: „Also, Karen. Ich möchte nicht unhöflich sein, aber ich muß heim. Ich habe

noch Aufgaben zu erledigen.“


Karen: „Nein nein, das ist okay. Ich verstehe das.“


Osamu: „Wir sehen uns morgen früh in der Schule. Denk nicht mehr so viel nach ja?“


Karen: „Ja. Komm gut nach Hause.“


Karen brachte Osamu noch zur Tür und sie verabschiedeten sich. Danach ging sie in die Küche, um sich ein Glas Wasser einzuschenken. Sie setzte sich an den Küchentisch und vergrub den Kopf in ihren Armen. Leise schluchzte sie in ihren Pullover- Ärmel. Sie wußte einfach nicht, wie es weiter gehen sollte und was sie Hiro sagen sollte.

Einige Minuten später hörte sie, wie das Türschloss knackte und die Haustür aufging. Es war Jonathan. Der Moment war endlich da, in dem sie ihn endlich all die Fragen stellen konnte, die sie sich Nacht für Nacht immer wieder gestellt hat.

Jonathan zog sich die Schuhe und den Mantel aus, welchen er an die Radrobe hing. Dann ging er in die Küche, stellte seine Tasche auf einen Stuhl und machte das Licht an. Dann fiel ihm erst Karen auf.


Jonathan: „Was hast du denn?“


Karen schluchzte einmal laut und versuchte, sich zusammen zu reissen. Sie hatte eine unendliche Wut auf ihren Vater, wollte sich aber dennoch beherrschen.


Karen: „Wie konntest du das Mutter antun?“


Jonathan zog die Augenbraue hoch und musterte Karen skeptisch. Er trat einen Schritt nach rechts, um sich die Zigarettenschachtel auf der Arbeitsfläche zu nehmen. Er zündete sich eine Zigarette an und lehnte sich dann gegen den Kühlschrank.


Jonathan: „Und was bitte, habe ich deiner Mutter angetan?“


Karen: „Überleg' mal ganz genau was ich wohl meinen könnte!“


Sie war kurz davor, zu explodieren und etwas durch die Gegen zu schleudern. Wie konnte Jonathan auch noch so scheinheilig tun?


Karen: „Hiroshi Kangama und ich, wir sind ein Paar.“


Jonathan: „Das freut mich, daß du Freunde gefunden hast.“


Als er das sagte, blickte er weg und schluckte. Er wußte genau, worauf Karen hinauswollte.


Karen: „Ich habe dich gesehen.“


Jonathan: „Wo hast du mich gesehen?“


Karen: „Du bist aus Hiro's Wohnung zu deinem Auto gelaufen.“


Jonathan: „Da mußt du mich mit jemandem verwechselt haben.“


Das reichte, Karen riss der Geduldsfaden. Sie sprang auf, knallte das Glas gegen die Wand und schrie Jonathan an.


Karen: „Verdammt nochmal! Hiro ist dein Sohn – mein Halbbruder! Wie konntest

du das unserer Familie antun, vor allem Mutter! Ich hasse dich!“


Karen rannte ihn ihr Zimmer, schob die Tür zu und trat gegen ein Stofftier, welches auf dem Boden lag. Dann warf sie sich auf ihr Bett und weinte sich abermals in den Schlaf ...






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